Matthias Joppek
Aus meiner Zeit im Klinikalltag... erst als Pflegefachkraft, später als Manager im Gesundheitswesen... kenne ich die intensivsten Momente des Lebens. Ich habe gelernt, worauf es ankommt: aufmerksam zu sein, nah und doch mit einer angemessenen Distanz. Körpersprache zu lesen, Stimmungen wahrzunehmen und ruhig zu bleiben, wenn alles gleichzeitig geschieht. Im richtigen Moment das Wesentliche zu erfassen, ohne etwas zu erzwingen.
Weder Angst, Scham noch Unsicherheit sind mir fremd. Ich bewerte oder verurteile nicht. Mein Ziel ist es, den oft verborgenen, inneren Reichtum meines Gegenübers sichtbar zu machen.
Diese Haltung trage ich in jede Reportage, jedes Shooting, jede Hochzeit. Ich warte auf den Blick, die Atempause, die Träne, das Lächeln – auf die unbewusste Bewegung, die ich im Bruchteil einer Sekunde einfange.
Meine Bilder sind bewusst nicht makellos. Licht und Schatten sowie eine ruhige, fast filmische Bildsprache geben jedem Moment mehr Tiefe als jedes perfekt ausgeleuchtete Hochglanzfoto. Nicht die technische Perfektion zählt für mich, sondern das Gefühl, das du auch in zwanzig Jahren noch spürst, wenn du das Bild in den Händen hältst.