Interview mit Niko Koch

Kannst Du Dich noch an Dein erstes Foto erinnern? Was war es?

"Abgesehen von ca. 13.000 Handyfotos von 2010 bis heute, war mein erstes Foto mit einer richtigen Kamera im Elbsandsteingebirge ein Landschaftsfoto."

Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

"Ich wollte Urlaube und Momente festhalten und war mit Handyfotos einfach nicht mehr zufrieden. Zu überschärft, zu unnatürlich und die Qualität nicht gut genug. Deswegen habe ich mir meine erste Kamera gekauft."

Wann bist Du mit Deiner Arbeit zufrieden?

"Wenn ich das Bild für gut genug zum Druck halte oder meine Kunden zufrieden sind."

Was macht Deiner Meinung nach ein gutes Foto aus?

"Ein gutes Foto ist mehr als nur ein Schnappschuss. Da jeder mit dem Handy abertausende Fotos macht, die sich danach niemand anschaut, hebt sich ein gutes Foto genau durch das Gegenteil ab: Ein Foto das man zeigen kann und will und das von der Ansehenden auch als sehenswert empfunden wird."

Wie bildest Du Dich weiter?

"Die eigenen Grenzen immer wieder aufbrechen. Neue Motive, Models und Techniken anhand von Büchern, Videos und Kursen erkennen, kennenlernen und ausprobieren."

Was möchtest Du mit Deinen Fotos ausdrücken?

"Ich möchte hauptsächlich Natürlichkeit darstellen. Meine Fotos sind bis auf die typischen Licht-/Schatten- und Farbtonanpassungen quasi nicht bearbeitet."

Mit welcher Ausrüstung fotografierst Du am liebsten?

"Sony A7IV, Sigma 16-28, Tamron 28-75, Sony 70-200"

Wie wichtig ist Technik beim Fotografieren?

"Die Technik ist auf jedenfall ein Faktor der den Arbeitsablauf erleichtern kann. Eine moderne Kamera liefert besseres Rauschverhalten, der Fokus sitzt zuverlässiger und der Dynamikumfang ist höher. Allerdings ersetzt die Technik die Kreativität nicht und ein gutes Bild wird aufgrund der Stimmung, des Motivs und des Lichts erst zu etwas Besonderem."

Was hast Du gemacht, um die ersten Fotoaufträge zu bekommen?

"Ich habe bei Kleinanzeigen Leute angeschrieben die gezielt Hobbyfotografen gesucht haben und meine Dienste angeboten."

Welchen Stellenwert hat die digitale Nachbearbeitung für Dich?

"Da ich ausschließlich in Raw fotografiere, muss ich zwangsläufig kleinere Anpassungen an einigen Reglern vornehmen. Ich nutze allerdings keine Photoshop o.ä. um Bilder zu manipulieren. "

Welche Tipps würdest Du einem Hobbyfotografen geben, um bessere Fotos zu machen?

"Probier verschiedene Dinge aus, erweitere deinen Horizont."

Worin sollten angehende Fotografen und Fotografinnen unbedingt investieren und warum?

"Informationssammlung vor dem Kamera-/Objektivkauf: Es erspart Zeit und Geld, wenn man versteht welches System welche Vor-/Nachteile hat. Dazu gehören Objektivauswahl, APS-C/Vollformat, Erfahrungswerte zur Bedienbarkeit.
Außerdem ist der Einstieg um einiges leichter, wenn man sich intensiv mit der Bedienung der (eigenen) Kamera auseinandersetzt. Die beste Kamera ist die, die man bedienen kann."